
Presseecho zum 5-jährigen Jubiläum der „Herberge zur Heimat”
Wenn sie heute auf das fünfjährige Bestehen ihrer Anlage anstoßen, dann tut das ein Großteil von ihnen mit der Überzeugung, den richtigen Schritt gegangen zu sein. Einen meist krankheitsbedingten Schritt heraus aus der Individualität ihrer Eigenheime oder Stadtwohnungen unters Dach des Diakonie-Sozialdienstes.
Als der Dreigeschosser eingeweiht wurde, trat auch Jana Ulbricht ihren Dienst als Leiterin der Einrichtung an. Sie kennt den Pflegebetrieb aus dem Effeff. “Betreutes Wohnen ist immer so gut, wie seine Bewohner” konstatiert sie. “Wenn die Gemeinschaft selbst aktiv wird und sich nicht nur zurück lehnt und auf Angebote wartet, dann stellt sich auch das Gefühl ein, neu Wurzeln gefasst zu haben, sich wohlzufühlen und der gefürchteten Einsamkeit im Alter zu entgehen.”
Helmut Haueisen gehört quasi zum Urgestein. Zwei Tage nach der Inbetriebnahme des Neubaus stand der Umzugslaster an der Erich-Zeigner-Straße. Der Senior nahm mit Lebensgefährtin Elfriede Naumann als erster die neue Residenz in Besitz. “Mein Häuschen in Lunzenau haben die Kinder übernommen, und die Wohnung Am Zwinger in Geringswalde hätte einer grundhaften Sanierung bedurft. Das wollten wie uns nicht mehr antun. Für uns ist die Herberge sozusagen die letzte Ölung”, so Haueisen. Mit Ruth Lonthoff und Siegbert Krause bildet er den Mieterrat, der ein Jahr nach der Eröffnung der Anlage ins Leben gerufen worden war. Eine Einrichtung, die Jana Ulbricht die Organisation in vielerlei Hinsicht erleichtert. “Zum einen legen die Bewohner mit Hand an, wenn es etwas zu feiern gibt. Zum anderen läuft beim Mieterrat alles an Wünschen und Beschwerden auf, die sich im Alltagsleben ergeben. Denn man darf sich da nichts vormachen. Es ist nicht einfach, die Vielzahl an Charakteren unter einen Hut zu bekommen.” Voraussetzungen, eine solche Gemeinschaft zu leiten, seien Offenheit, Sensibilität und die Bereitschaft, Kompromisse zu schließen.
Die Atmosphäre des Hauses hat auch Helga Schön zu schätzen gelernt. Vor fünf Jahren hat sie ihr Eigenheim in Hermsdorf gegen die Herberge getauscht. “Schwer ist mir der Schritt nicht gefallen”, blickt sie zurück. “Innerhalb von 14 Tagen waren das Haus verkauft, Kisten und Kartons gepackt und der Umzug vorbereitet.” Man dürfe nicht nachdenken, was man alles zurücklässt. Doch Helga Schön ist Pragmatikerin. “Ich bin zufrieden. Die Nachbarn auf meiner Etage kommen aus der gleichen Ecke wie ich.”

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